DJ US Anleihen trotz schwacher Auktion etwas fester
NEW YORK (Dow Jones) Mit einer gut behaupteten Tendenz haben sich die US Anleihen am Montag im späten New Yorker Handel gezeigt. Eine schwach verlaufene Auktion zweijähriger Notes sei von den anhaltenden Unsicherheiten in Europa und den Abschlägen an den Aktienmärkten aufgewogen worden, hieß es im Handel. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000% gewannen 12/32 auf 101 26/32 und rentierten mit 1,80%. Der mit 3,125% verzinste Longbond legte um 1 09/32 auf 106 26/32 zu, seine Rendite sank damit auf 2,79%.
Im Fokus standen weiter die Entwicklungen in Europa. Dabei sorgten eine Telefonkonferenz der Eurozone Minister über eine zusätzliche Finanzierung durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) und ablehnende Kommentare des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) über groß angelegte Staatsanleihekäufe für eine überwiegend vorsichtige Haltung der Anleger.
Die EU Finanzminister haben sich nicht auf eine Aufstockung des Internationalen Währungsfonds (IWF) um die geplanten 200 Milliarden Euro einigen können. Die Staaten der Eurozone würden den IWF lediglich um 150 Milliarden Euro aufstocken, teilte der Chef der Euro Gruppe, Jean Claude Juncker, am Montag mit. Auch Dänemark, Schweden, Tschechien und Polen, die keine Euro verwenden, würden sich beteiligen, sagte Juncker, nannte aber keine Zahlen.
EZB Präsident Mario Draghi malte unterdessen ein düsteres Konjunkturbild und bekräftigte seine Ablehnung von groß angelegten Staatsanleihekäufen. Er argumentierte, dass die Zentralbank die Finanzstabilität erhöhen müsse, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu gefährden. Damit habe Draghi seine Rolle bei der Lösung der europäischen Schuldenkrise herab gespielt, hieß es im Handel.
Als stützenden Faktor am Anleihemarkt machten Händler zudem den Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il aus, der Unsicherheit über die Stabilität in Asien erzeugt habe. "Die Verunsicherung ist groß, was als nächstes passiert", kommentierte ein Analyst von Sumitomo Mitsui Banking.
Für leichte Unterstützung am langen Ende des Marktes sorgte zudem das als "Operation Twist" bekannte Anleihetauschprogramm der US Notenbank. In dessen Rahmen kaufte die Fed am Montag Langläufer in einem Volumen von 4,25 Mrd bis 5 Mrd USD.
Bei einer Auktion zweijähriger Notes im Volumen von 35 Mrd USD verzeichnete das US Schatzamt dennoch eine geringere Nachfrage als bei den vier vorangegangenen Auktionen. Zudem stieg der Anteil an direkten Käufern, wie etwa Vermögens und Fondsverwaltern, im Vergleich zu den indirekten Käufern, die unter anderem ausländische Zentralbanken beinhalten. Eine starke Nachfrage von Seiten der Wertpapierhandelshäuser wird im Allgemeinen als negatives Zeichen bei einer Auktion gewertet, da die Käufe oftmals von einem Wiederverkauf am Sekundärmarkt und damit einhergehend sinkenden Preisen gefolgt werden.
Wenig Beachtung fand ein besser als erwartet ausgefallenes US Bauunternehmervertrauen. Wie die National Association of Home Builders (NAHB) am Montag berichtete, kletterte ihr Index für die Verkaufsaktivitäten bei neuen Einfamilienhäuser auf 21 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2010. Ökonomen hatten einen Wert von 20 Zählern prognostiziert.
DJG/DJN/kko
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December 19, 2011 15:37 ET (20:37 GMT)
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